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StraßenprophetenLeidenschaft.Sie führt zu großartigen Taten und bedeutet, dass man dafür bereit ist den Leidensweg auf sich zu nehmen, egal wie schwer er auch sein möge. Wir Menschen leiden um zu schaffen.„Wer aufgibt, hat schon verloren“ war unser Motto und es verband zwei meiner Freunde besonders. Sie stammen aus dem sozialschwachen Viertel, Oberilp, und eckten hier und da auch mal mit dem Gesetz an. Robert wurde in der Nachbarschaft nur „Music Man“ genannt. Er war unser Disc Jockey. „DJ Trebor“ war sein Anagramm. Seine Leidenschaft führte zu perfekten Cuts und Scratches. Bei einem nationalen Wettbewerb im Hip Hop holte er gleich beim ersten Mal den ersten Platz.Nicht anders war es bei MC Lamin alias Lamin Fayenke – ein großer schwarzer Mann mit Afro. Damit war er bei jedem Wettbewerb schon haushoch überlegen. Bei sogenannten Rap Battles traten seine Gegner nur noch ungerne gegen ihn an. Er hat schon seine Tapes verteilt als ich mit Kumpels zusammensaß und ihm zuhörte.In ihrem Viertel galten sie als Helden. Jeder wusste von ihrer Musik.Genauso wusste Jeder über sie, was sie selbst sind – Kämpfer in einer Welt, die kaum Chancen für Minderheiten bereithält. Da schien die Musik zu ihrem Fenster zu werden.Zur Zeit vom Rödelheim Hartreim Projekt, zur Zeit von Eißfeldt, von Freundeskreis und Samy Deluxe, galten sie als die coolsten. Sie waren cool, weil sie echt waren und kaum einen Schritt von der eigenen Haustür entfernt. Lamin rappte als Einer der Ersten in der Szene über die Missstände im Viertel.Durch Umwege bin ich auf sie gestoßen.Schnell war die geballte Power einer leidenschaftlichen Crew zu spüren.Wo auch immer ein Auftritt zu organisieren war, wir gingen hin.Unsere effektivste Bühne aber war der eigene Proberaum. Dadurch, dass die eigenen Leute, die einen kannten, jede Silbe und jedes Wort mitsangen, das wir vortrugen, trugen wir die Probleme jener schweren Stadtteile weit weg, auch wenn es nur für ein paar Stunden war.Irgendwann im Studio machte Robert mich nebenbei auf den Ausspruch „Leidenschaft“ aufmerksam. Ihm wird wohl nie bewusst werden, dass er durch seine Leidenschaft zur Musik Anderen den täglichen Kampf ums Überleben erleichterte. Die Leute auf den Straßen glaubten an ihn und seine Musik. Sie dachten, dass er es immer schaffen wird, egal wie es kommt.Noch heute ist auf seinem Mischpult das Wort „Leidenschaft“ gezeichnet.Noch heute… Peace,Norman Mewes

Blog Serie

Blog Archiv________________________Neu 15.07.2011________________________Die Geschichte von "Vierzehn" 17.07.2011________________________Die Vergessenen 20.07.2011________________________Löwenherz Teil I 23.07.2011________________________Löwenherz Teil II 27.07.2011________________________Don´t stop the Music 02.08.2011________________________Liebeslieder 06.08.2011 ________________________Straßenpropheten 10.08.2011 ________________________Menschenfreund 15.08.2011 ________________________Schmuggel 21.08.2011 ________________________Doppelleben 24.08.2011________________________Freiheit 29.08.2011 ________________________Oben (Des Norden Zauber) 19.09.2011 ________________________Ikarus Effekt 06.10.2011 ________________________Bühnenspiel 22.10.2011 ________________________Opium 15.11.2011 ________________________Wir Krisenkinder 11.12.2011



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