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Blog 28

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Heart-CodeOberhausen, Duisburg, Bochum, Essen… all diese Städte vereint das Ruhrgebiet – die Ruhrmetropole. Das Ruhrgebiet braucht Mut. Weil die Einwohner daran glauben, sie wollen daran glauben. Die Städte ächzen geradezu danach. Das Leben hier ist rau. Wer als Sohn eines Industriearbeiters geboren wurde, hat es schwer da heraus zu kommen.Es sind Städte, die Gutes brauchen.Ich war weit entfernt irgendwie handlungsfähig zu sein. Die schwierigen Jahre 2012 und 2013 machten sich in meinem Lebenslauf nicht sonderlich gut. Die Arbeitslosigkeit machte mir zu schaffen und so war ich finanziell knapp bei Kasse. Von den Online-Verkäufen der Deines Gleichen Musik sowie der Streamings konnte ich nicht leben. Die kurzen Jobs, die ich antrat, waren nichts für mich.Mit Freunden ging ich trotzdem mal aus ins Nachtleben der Bars und Klubs.Der angesagteste Nachtclub im Revier ist das Essence. An Exklusivität kaum zu toppen bewegt sich der Laden in einem Paradoxon: er befindet sich in der Unterstadt von Essen. In dieser Gegend hat man das Gefühl die Stadt versinke im Müll und billigen Handyläden. Die Müllcontainer sind voll und daneben stapeln sich die Müllsäcke. Die Ecke ist unscheinbar und der rote Teppich vor dem Club erscheint fehlplatziert. Durch meinen Bruder, der selbst mal in der Branche tätig war, weiß ich, dass die Türsteher zu den Bandidos gehören. Mit entsprechender Abendgarderobe ist man hier allerdings willkommen: cool, elegant, sexy.Nachdem ich den Eingang passierte, erhielt ich wie gewöhnlich ein Getränk von zwei sexy Damen in knapper Unterwäsche. Die runde Treppe entlang führte nach oben zu den großen Haupträumen mit den über 10m hohen Decken. Gutaussehende junge Frauen tanzten lasziv an den Stangen. Die Lasershow durchflutete die Menge. Einzig Lichtwürfel gaben Farbakzente. Ich bahnte mich meinen Weg nach oben zur Bar oberhalb des Clubs. In jedem Blitzlicht erschien eine andere Fratze, eine andere schöne Frau, ein anderer Tanzmoment. An der Bar entdeckte ich Pierre-Laurent, einen alten Bekannten, der durch seine Berufsfotografie viel hört und sieht. Hier oben hatte man eine hervorragende Aussicht auf die Tanzfläche und konnte sich doch noch einigermaßen unterhalten. Wir plauderten. Pierre machte mich auf einen Typen aufmerksam, der in der VIP-Lounge saß. Sein Name war Ari, ein Playboy mit einer Vorliebe für theatralische Auftritte und teuren Wodka. Er benahm sich wie der Graf von Cox, hatte aber auch stets reizende Damen an seiner Seite. Wenn nur ein Viertel von dem stimmt, was die Leute über ihn so redeten, war er ein sehr gefährlicher Mann. Ihn sollte ich ansprechen, ob er nicht einen Job in der Werbebranche für mich hätte, schließlich sei sein Vater ein hohes Tier in einem großen Konzern. Ob das stimmte, wusste ich nicht, aber ich wollte es herausfinden. Als Ari die Toiletten aufsuchte, folgte ich ihn und nahm gleich das Urinal neben ihm. Ich begann Smalltalk über den Sex auf den LCD-Bildschirmen vor uns. Er stieg ein. Er lud mich ein bei ihm Platz zu nehmen. Das tat ich auch, doch zum Unwillen meines Freundes, mit dem ich dort war. Ari zeigte mir, was er von Frauen hält. Für ihn sind sie nur ein Stück Fleisch. Der Typ war mir zu bieder, also ging ich aus dieser ach so netten Runde wieder. Ari gab mir seine Visitenkarte „Der mit den Löwen tanzt.“ Ein kleiner Ausdruck wie sehr er doch ein Partylöwe sei. Als ich des Nachts nach Hause kam legte ich mich ins Bett zu meiner Freundin. Meine finanziellen Sorgen bereiteten mir Alpträume.Den Tag darauf rief ich Ari an. Er erinnerte sich an mich. Ich fragte, ob er einen Job für mich hätte und er sagte „Ja“. Ich sollte nach Düsseldorf zum Japan-Tag kommen. Entlang der Rheinuferpromenade erstrecken sich dann den ganzen Tag bis in die Nacht kulinarische Köstlichkeiten aus Fernost und Bühnen mit allerlei künstlerischen Programmen sind aufgebaut . Ari und ich standen da und beobachteten das Feuerwerk über den Rhein. Eigentlich wollte ich den Augenblick mit meiner Freundin erleben. Als ich ihm das mitteilte, sprach er davon, dass es ihm ähnlich mit seiner Ex Freundin erging. Doch Jana hätte sich nach einem heftigen Streit verabschiedet und sei nicht mehr wiedergekommen. Er mache sich Sorgen. Nun sollte ich sie finden. „Ist das nicht Aufgabe der Polizei?“ fragte ich. Ari spielte es herunter. Jana sei schon irgendwo. Der Job roch nach fragwürdiger Legitimität, doch ich roch auch das Geld. 1.000 Euro sollte ich erhalten, wenn ich sie finden würde. Seine Liebe sei ja so grenzenlos, doch fehle ihm die Zeit durch seine beruflichen Verpflichtungen. Ich begleitete ihn noch zu seinem Sportwagen. Er fuhr mit driftenden Reifen auf den Asphalt davon. In der Luft lag der Geruch von verbranntem Gummi.Auf meiner Rückfahrt sortierte ich meine Gedanken. Ich fuhr die Königsallee entlang. Straßenlaternen rauschten nur so an mir vorbei. Was, wenn die Geschichten über den Typen stimmten… würde ich bereit sein zu tun, was immer verlangt wird… worin werde ich da hineingezogen…Ich begann meine Suche in sozialen Netzwerken. Ich befragte den Bekanntenkreis der verschwundenen Jana. Sie selbst war nie online oder antwortete auf meine Nachrichten. Bei Anrufen ging immer nur ihre Mailbox ran. Ari nannte mir ihren ehemaligen Arbeitsplatz. Dort arbeitete sie allerdings nicht mehr. Ich nahm Kontakt zu alten Arbeitskollegen auf und erzielte schließlich einen Treffer. Eine, die sich als Freundin von Jana ausgab, habe sie vor kurzem noch gesprochen. Annika wollte aber nicht mehr Informationen herausgeben, schließlich war ich ein völlig Fremder. Sie war Kellnerin in einer Bar namens peppa. Ich entschied mich ihr dort einen Besuch abzustatten und ihr Misstrauen beizulegen. In ihrer Zigarettenpause konnte ich neue Informationen erhalten. Der letzte Kontakt zwischen den beiden lag zwei Wochen zurück. Dabei unterhielten sich die beiden Freundinnen wohl wie immer. Annika erzählte mir von einem Gerücht, ihre Freundin wäre in die Prostitution abgerutscht. Man habe sie im Rotlichtmilieu gesehen. Ich fragte nach der Familie. Ich erfuhr, dass Jana Einzelkind sei und adoptiert wurde. Zu ihren Eltern pflege sie keinen Kontakt.Am selben Abend noch erhielt ich eine SMS von Ari. Er wollte wissen wie die Suche verlaufe. Als ich ihm noch keine Ergebnisse bringen konnte, schrieb er ich solle es einfach vergessen. Doch ich überredete ihn doch dran bleiben zu wollen. Ich brauchte das Geld.Ich sollte meinen Nachforschungen aber nun aggressiver nachgehen und meine Kontakte zu Zeitungen nutzen. Vielleicht würde sie darüber gefunden werden, so Ari. Erste Zweifel machten sich in mir breit. Warum macht er das nicht selber? Ich wollte ohne großen Zeitungsrummel auskommen. Die Rettung kam schließlich per Nachricht bei Facebook. Eine Rebecca wollte wissen, wer ich bin und warum ich nach Jana suche. Ich gab vor ihr Geld zuschulden und meine Schulden begleichen zu wollen. Rebecca vertraute mir aufgrund meiner vertrauenserweckenden Onlinepräsenz auf der Internetseite von Deines Gleichen. Rebecca hatte mich anscheinend gecheckt. Rebecca und ich schrieben hin und her, doch sie bestand darauf, dass wir uns persönlich treffen sollten, wenn ich mehr wissen wolle. Wir trafen uns im Einkaufszentrum von Oberhausen. Dort gab sie mir eine Ahnung davon was tatsächlich abging. Jana musste unter ihrem Exfreund schreckliche Misshandlungen über sich ergehen lassen. Ari sei mehrmals die Hand ausgerutscht, sogar so weit, dass sie mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus lag. Jana habe die Stadt verlassen und ein neues Leben begonnen. Ich war froh das zu hören, denn ich wollte vermeiden, der örtlichen Bordelle einen Besuch abzustatten. Dann gab Rebecca mir eine Nummer. Die sollte ich bei Skype eingeben. „Ich hoffe, ich kann Dir vertrauen.“ sagte sie am Ende unseres Treffens.Zurück im Auto versank ich in Gedanken. Es ging nach Hause. Meine Freundin machte sich Sorgen. Ich war zu beschäftigt. Mein Kühlschrank war fast leer. Auf dem Küchentisch lagen ausgebreitet Rechnungen. Aber es ging doch immer irgendwie.Hinter der Skype-Nr. verbarg sich Jana. Wir saßen uns in der Videotelefonie gegenüber. Ihr Gesicht war bildhübsch. Unvergleichlich zu den Fotos, die sie mir bei unserem Gespräch schickte, auf denen sie sichtlich misshandelt wurde. Hinter ihr tauchte ihr neuer Freund auf: Sven. Das Paar wirkte glücklich. „Becci meinte ich könne Dir vertrauen.“ Klang von meinem Boxsystem aus dem anderen Ende der Leitung. Dann erfuhr ich die Wahrheit.1. Jana verschwand um vor ihrem Exfreund zu fliehen.2. Die Geschichten über Aris Gewaltexzesse sind definitiv wahr.3. Das Gerücht um Prostitution war absichtlich von Janas Freunden verbreitet worden, da sie wusste Ari fürchtet sich vor den Schlägern der Rotlichtszene.Hinter der Suche nach Jana stecke Eifersucht und der Versuch sie mundtot zu machen, vermuteten Jana und Sven. Wir beendeten das Gespräch im guten Sinne und ich schaltete meinen Computer aus.Vor meinem Fenster braute sich ein Sturm zusammen. Der Regen plätscherte.Ich entschied mich auf mein Herz zu hören. Wenn mich eine Sache doch immer antrieb, so war es mein Herz. Bestimmt dieses doch, wer man ist und wer man sein möchte. Ari wird von mir nichts erfahren.Die Städte im Ruhrgebiet versinken in Schulden. Die kriminelle Energie wird von Orten wie diesen geradezu angezogen. Doch jede Stadt verdient eine Chance. Es wird immer mehr schwarze Schafe geben als weiße. Denn es ist so viel einfacher. Das Pflaster ist hart und skrupellos. Und doch, wenn die Welt morgen untergehen würde, wüsste ich, wo ich sein will – hier.Peace,Norman Mewes

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