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Blog 25

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Leben 2.0Essen-Bredeneys Friedhöfe sind Orte melancholischer Schönheit. Jene Grabsteine, wobei jene für ihr eigenes Schicksal stehen, erinnern an Jemanden. Lebensgroße Engelsstatuen beugen sich über so manche Gräber. Die Verstorbenen befinden sich nun in feiner Gesellschaft, wo sie sich Zeit ihres Lebens schon zugehörig gefühlt haben. So sind es unter anderem Gefallene und Opfer aus der deutschen Kaiserzeit und den Kriegsjahren danach, die hier begraben sind. Wer sich heute mal die Zeit nimmt und über einen solchen Platz spazieren geht, begeht Zeitgeschichte. Dafür braucht man Zeit und Ruhe. Und die sind Mangelware.Wir leben heute in einer Überflussgesellschaft. Was wir brauchen, haben wir alles; Wasser, elektrisches Licht, Fortbewegungsmittel, Grundnahrungsmittel, Vitaminkapseln etc. Dabei treibt uns der Umgang mit Smartphones und Laptops bis in den Overkill. Wir kriegen das um uns herum kaum noch mit. Auch ich ertappe mich dabei.Einer, mit dem ich die persönliche Unterhaltung jeder Onlinenachricht vorzog, war Jan Reichhardt. Ich traf ihn meistens in seiner Wohnung gegen 24 Uhr. Mitternacht. Das war Jans Zeit, die Zeit eines Nachtwandlers, seines Zeichens Sternekoch. Er fühlte sich am Rande der Gesellschaft zu Hause. Meistens unterhielten wir uns über weltliche Dinge wie Verschwörungstheorien. Für gewöhnlich war das unser Lieblingsthema, mit dem wir die ganze Nacht verbrachten. Er war sozusagen mein Informant am anderen Ende der Stadt. Geheimnisse, sofern sie welche waren, galten vor uns nicht als geheim. Die regelmäßige Lektüre wichtiger Zeitungsblätter war Zündstoff unserer all abendlichen Unterhaltungen. Korrupte Geschäft in der Nachbarschaft, Untreue Ehepartner… die Welt des Bösen faszinierte uns. Lauter harmloses Zeug bis zu dem Tag, der die Welt veränderte. Am 11.September 2001 brachten Terroristen die legendären Türme New Yorks zum Einsturz. Sie begruben Manhattan in eine riesige Staubwolke. Feuerwehrsirenen hallten in den Straßenschluchten von Manhattan. Die Rush Hour schien wie angehalten. Als Jan und ich den Fernseher einschalteten, sahen wir schwarz auf weiß auf grau, was fernab unseres Landes passierte. Der Staub hatte dem Spätsommertag die Farbe geraubt. Religiöse Fanatiker entführten mehrere Passagiermaschinen. Zwei davon rasten für ihren Glauben in die Wolkenkratzer. 2.602 Menschen starben. Diejenigen, die nicht bei dem Einsturz des riesigen Stahlgerüsts umkamen, sprangen zuvor aus den oberen Stockwerken in ihren sicheren Tod. Die Bilder rasten um die Welt.So schaurig die Bilder auch waren, Jan war noch schauriger zumute. So war er eine Woche vorher noch dort gewesen. Er stand genau da, wo nur noch ein Haufen Trümmer liegt. Für mich persönlich konnte ich meinen Wunsch vom eigenen Foto mit den Türmen begraben. Ich wollte immer mal dorthin. Wir diskutierten lange über die Verschwörungstheorien, die nicht lange brauchten, bis sie ins Netz gelangten. Für uns war klar, dass es sich definitiv nicht um einen Inside Job handelte. Wir waren diejenigen, die diese Gegenthese in deutschen Internetseiten vehement verteidigten. Wir taten es aus Überzeugung. Nach dieser Phase sah ich Jan nur noch einmal. Er wanderte in die USA aus. Jeder von uns ging seinen Weg. Bei meinem Umzug 2011, also zehn Jahre nach den Anschlägen auf das World Trade Center, machte ich eine Entdeckung. Ich mistete alte Kartons aus. Es gab einen Karton voller Bücher, die ich geschenkt bekommen, aber nie gelesen hatte. Ich fand ein Buch, an das ich mich erst wieder erinnern konnte als ich es in der Hand hatte. Es war noch völlig unberührt. Ich wollte es immer lesen, wenn ich mal etwas Zeit dafür hätte. Aber bisher war ich immer zu beschäftigt gewesen. Es handelte sich um die Biografie des Basketballidols meiner Jugend – Michael Jordan. Ich öffnete es. Dann traute ich meinen Augen nicht. Im Einband entdeckte ich eine persönliche Widmung von Michael Jordan. Jordan hatte als bekannter Sohn der Stadt New York eine große Summe Geld an die Opfer der Anschläge am 11.September gespendet. Dieses Buch hatte mir Jan einst geschenkt.Ich erklärte mir das so, dass er mal für die Mannschaft von dem ehemaligen Star, den Washington Wizards, gekocht haben müsste. It made my day.In der heutigen Zeit musst Du ständig die Augen offen halten: ungelesene E-Mails, ungehörte Nachrichten in der Mailbox. Du bekommst lauter Baustellen im Kopf. So Vieles gilt es zu erledigen.Mal runterfahren und bei sich selbst aufräumen sage ich jetzt.Denn das Leben, das Du rettest, könnte Dein eigenes sein.Peace,Norman Mewes

Blog Archiv________________________Neu 15.07.2011________________________Die Geschichte von "Vierzehn" 17.07.2011________________________Die Vergessenen 20.07.2011________________________Löwenherz Teil I 23.07.2011________________________Löwenherz Teil II 27.07.2011________________________Don´t stop the Music 02.08.2011________________________Liebeslieder 06.08.2011 ________________________Straßenpropheten 10.08.2011 ________________________Menschenfreund 15.08.2011 ________________________Schmuggel 21.08.2011 ________________________Doppelleben 24.08.2011________________________Freiheit 29.08.2011 ________________________Oben (Des Norden Zauber) 19.09.2011 ________________________Ikarus Effekt 06.10.2011 ________________________Bühnenspiel 22.10.2011 ________________________Opium 15.11.2011 ________________________Wir Krisenkinder 11.12.2011 ________________________Die Engelmeyer Geschichte 27.04.2012 ________________________Die Geister vom Pollen 06.07.2012 ________________________Die Beinah-Entführung 03.10.2012 ________________________Die Firma 27.10.2012 ________________________Monokult 10.12.2012 ________________________Das Haus am Stadtrand 23.12.2012________________________MCC 08.01.2013 ________________________Leben 2.0 31.10.2013 ________________________Eine Frage der Loyalität 15.11.2013________________________Wahre Freunde 11.02.2014 ________________________Heart-Code 26.02.2014________________________Harte Hunde 10.03.2014________________________Privat 02.04.2014



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