Um alle Inhalte sehen zu können, benötigen Sie den aktuellen Adobe Flash Player.

Home Blog Lieder Shop Über Kontakt Impressum Blog beta Blog 1 Blog 2 Blog 3 Blog 4 Blog 5 Blog 6 Blog 7 Blog 8 Blog 9 Blog 10 Blog 11 Blog 12 Blog 13 Blog 14 Blog 15 Blog 16 Blog 17 Blog 18 Blog 19 Blog 20 Blog 21 Blog 22 Blog 23 Blog 24 Blog 25 Blog 26 Blog 27 Blog 28 Blog 29 

Blog 22

MonokultAlles beginnt mit einer Entscheidung.Das Gute am Leben in der Stadt: Jeder kümmert sich um seinen eigenen Scheiß.In die Stadt zu ziehen war definitiv die richtige Entscheidung, die richtige für Pläne.Hier juckt es niemanden, was man macht. Ganz egal wo, ganz egal wie und ganz egal wann.Der urbane Lebensstil zieht sich zwischen den Häuserschluchten wie eine tiefe, dichte Wolke zwischen den Geschäften, Restaurants und Bürogebäuden. Hier regiert Korruption und Gewalt. „Nimm, was Du kriegen kannst, und gib nichts wieder zurück.“ – lautet die Devise. Hochangesehene, rechtschaffende Jobs wie Anwälte oder Banker sind nicht gerne gesehen. Respekt verschafft sich derjenige, der etwas Eigenes auf die Beine stellt.Dem zu folgen ist aber nicht einfach, denn an jeder Ecke kriegt man die Ware mindestens doppelt - des Ruhrgebiets eigenes Stück Babylon. Bei einer solchen Dichte an verschiedenen Menschengruppen mit all ihren unterschiedlichen Visionen…Das ist in der Musik nicht anders.Hier lernt man die unterschiedlichsten Typen kennen.Eine Freundin aus der Vergangenheit, Valeska, machte mich bekannt mit einem Typen namens Ben Bensen. Er produzierte Techno in Wuppertal und war ein Riesenfan von Bollywoodfilmen. Nicht ganz meine Richtung. In meinen Augen bildete mein Fuß mit dem Klavierpedal eine bessere Lovestory als Bollywood. Ich wollte Ben kennenlernen um über gemeinsame Projekte zu plaudern und dachte: "Mann, ist das spannend." Also fuhr ich hin. Im oberen Teil der Stadt lag sein Musikstudio. Als ich den Laden betrat, konnte man das Adrenalin förmlich riechen. Anwesende waren zudem ein mir unbekannter Rapper aus "Wutal" und Valeska. Alle waren gut aufgelegt und wollten schnell loslegen.Ben und ich verstanden uns prächtig. Ich bekam eine ausführliche Führung durch die Räumlichkeiten, wobei jedes Zimmer seinen eigenen Charme versprühte. Ich kam mir vor wie in einem Pariser Café mit all den Tischchen, Stühlchen und Bildern an der Wand. Ich war gut aufgelegt und wollte sofort loslegen. Produzent Bensen erklärte mir die Spielregeln: Er wollte mir freie Hand beim Komponieren und Texten gewähren, während er sich ums Arrangieren, Produzieren und Mastern kümmert. Das war ein Deal ganz nach meinem Geschmack. "Alles klar, legen wir los." sagte ich in die Runde. Doch das sollte länger auf sich warten als mir lieb war: Bensen bestand zuerst darauf mir seine Studio-Ausrüstung vorzustellen: "Siehst Du, das ist Belle.." "Belle?" fragte ich. Und er wieder: "Belle, die Schöne aus Die Schöne und das Biest. Du weißt schon: Die, die den Zauber vom Biest löst." Ich so: "Ja, und?". Und er: "Das ist unser Equalizer. Der verwandelt Hässliches auch in Gutes, so wie Belle es mit dem Biest tut.""Ah ja, und wer ist das?" fragte ich. "Das ist Trinity". "Jo, die aus Matrix" stellte ich fest. "Ganz genau. Dieses Gerät verbindet ein Gate, einen Compressor und einen Limiter in einem und sorgt dafür, dass Deine Stimme den richtigen Punch hat." antwortete Ben. "Und das?" fragte ich. "Das ist Arwen." versicherte er mir. "Was kann sie?" wollte ich wissen. "Die sieht einfach nur gut aus, ist eigentlich kaputt." sagte Ben. Und so lernte ich nach und nach J-Lo, Naomi, Hermine, Nala und Lara kennen. Nach dieser einseitigen Kennenlernrunde zeigte mir Ben die Grundkenntnisse moderner Musikprogramme und was man alles damit machen kann. Außerdem lehrte er mir den Umgang mit virtuellen Instrumenten. Ja, er führte mich zweifelsohne ins Geschäft ein.In der darauffolgenden Woche fingen wir dann endlich mit ersten Aufnahmen an. Meine Finger glitten übers Klavier zu einem leichten Schlagzeug-Rhythmus. Bens Kopf nickte zum Beat. Wir waren mittendrin einen Song aufzunehmen, den ich später auf meiner Platte übernahm. Es war ein gelungener Start ins Neuland des Produzententums.Bei meinem nächsten Besuch zerrte er mich gleich wieder runter in die Tiefgarage. "Komm´, wir fahren zu meinem Musikladen, wo all die Ladies oben herkommen." sagte Ben. Worauf es beim Kauf von technischen Studiogeräten ankommt, erfuhr ich live aus erster Hand. Der Stau auf der Autobahn während unseres Rückweges kam uns eigentlich ganz recht. So konnten wir uns kennenlernen. Gespräche über den modernen Gentleman und Inspirationen waren Dauerbrenner, aber auch seine komische Art all den Dingen in seiner Umgebung Namen zu geben. Ben war ein einsamer Mensch, der sich durch die Namen seiner technischen Gerätschaften eine Begleitung herbei fantasierte. Ein Musikproduzent, auch in einer Großstadt mit all ihren Einwohnern, konnte der einsamste Mensch der Welt sein, wenn er sich die Nächte in seinem Studio um die Ohren haut.Bei unserem nächsten Treffen sang ich "Über den Wolken". Ben spielte einen zufälligen Beat aus ´nem Sampler ein. Mir missfiel der Gedanke, keine Kontrolle über den Song zu haben. Das ist auch genau der Grund, weshalb ich dem Glückspiel nichts abgewinnen kann. Eine weitere Überraschung wartete auf mich: Der Song, an dem wir die letzten Treffen gearbeitet hatten, war verändert worden. Plötzlich befand sich irgendein dilettantischer Rap zwischen meinen Tonspuren. "Mach das sofort weg." sagte ich. Der Kompagnon von Ben hatte es cool gefunden, seine Stimme in eine Ballade zu setzen. Das passte nicht. Mir passte es nicht. Ben tat wie ich wollte, doch meine Verärgerung nahm ich mit nach Hause. Als ich die Hochhäuser sah mit all ihren Lichtern, kam ich auf andere Gedanken - Gedanken, die etwas verändern sollten.Weitere Treffen waren von Unzufriedenheit bestimmt. Es dauerte mir viel zu lang bis ein Lied fertig war. Enttäuschung machte sich in mir breit. Es wurde zu dem immer gleichen Montagsblues. Die Zusammenarbeit langweilte mich. Das Zauberwort hieß: Selbermachen. Von nun an saugte ich alles auf, was Bensen zu sagen hatte. Ich blätterte in Fachzeitschriften, ließ mir detaillierte Einführungen in die Hardware geben und sprach mit anderen Undergroundmusikern. Ich hatte mir fest in den Kopf gesetzt, jetzt meinen eigenen Weg zu gehen, denn das war meine einzige Möglichkeit, Musik zu machen wie ich wollte. Ich baute mein eigenes kleines, privates Studio auf. All meine Ersparnisse gingen dabei drauf. Eine Sache hatte mich dann völlig verblüfft: Als ich Ben Bensen davon unterrichtete, bot er mir an bei der Einrichtung des Systems zu helfen. Er spielte sämtliche Software auf und allerlei virtuelle Instrumente. Trotzdem stand mein Entschluss fest: Ich wollte alleine arbeiten. Nur so konnte alles nach meiner Vorstellung klingen. Ben und ich verloren von da an den Kontakt zueinander.Völlig vertieft in mein eigenes Studioding erfuhr ich bald, wie einsam die Nächte vor den Monitoren sein können. Am Anfang war es schwierig dranzubleiben, doch nach den ersten Nächten wurde die Kaffeemaschine zu meinem besten Freund.Mit der Veröffentlichung meines ersten Albums "Im Guten Geiste" gelangte ich in Musikerkreisen endlich an die richtigen Leute. Diese Referenz führte mich zu herausragenden Musikern. Zusammen produzierten wir das Album "Mit Dir Unterwegs", das zudem live-tauglich war. Über unsere Internetseite wussten wir, dass irgendwo da draußen Menschen darauf warteten, neue Lieder von uns zu hören, von Deinesgleichen zu hören. Es durchfuhr mich wie ein Blitz als ich sah, dass wir unsere Musik sogar ins Ausland verkauften: USA, Schweden, Norwegen.Ich wollte Ben davon berichten. Es war viel Zeit vergangen. Gerne hätte ich seine Meinung zu meinen Projekten gehört. Ich war auf der Suche nach ihm. Doch er schien von der Oberfläche verschwunden zu sein. Unter der Adresse fand ich nun einen asiatischen Maniküreladen. Auch in der weiten Welt des Internets war nichts über ihn zu finden. Was mit ihm und dem Studio geschehen war, blieb weiterhin unklar. Die Welt ist schnelllebig und nichts ist von Dauer. Eigentlich wollte ich mich bedanken, wollte ihm mitteilen:"Danke! Danke für Alles! Aber diesen einzigartigen Weg konnte ich nur alleine gehen.Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss."Peace,Norman Mewes

Blog Serie

Blog Archiv________________________Neu 15.07.2011________________________Die Geschichte von "Vierzehn" 17.07.2011________________________Die Vergessenen 20.07.2011________________________Löwenherz Teil I 23.07.2011________________________Löwenherz Teil II 27.07.2011________________________Don´t stop the Music 02.08.2011________________________Liebeslieder 06.08.2011 ________________________Straßenpropheten 10.08.2011 ________________________Menschenfreund 15.08.2011 ________________________Schmuggel 21.08.2011 ________________________Doppelleben 24.08.2011________________________Freiheit 29.08.2011 ________________________Oben (Des Norden Zauber) 19.09.2011 ________________________Ikarus Effekt 06.10.2011 ________________________Bühnenspiel 22.10.2011 ________________________Opium 15.11.2011 ________________________Wir Krisenkinder 11.12.2011 ________________________Die Engelmeyer Geschichte 27.04.2012 ________________________Die Geister vom Pollen 06.07.2012 ________________________Die Beinah-Entführung 03.10.2012 ________________________Die Firma 27.10.2012 ________________________Monokult 10.12.2012 ________________________Das Haus am Stadtrand 23.12.2012________________________MCC 08.01.2013 ________________________Leben 2.0 31.10.2013 ________________________Eine Frage der Loyalität 15.11.2013________________________Wahre Freunde 11.02.2014 ________________________Heart-Code 26.02.2014________________________Harte Hunde 10.03.2014________________________Privat 02.04.2014



DeinesGleichen