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Ikarus EffektMan sagt man soll niemals schlecht über Leute sprechen, mit denen man zusammengearbeitet hat. Das werde ich auch jetzt nicht tun.Am Anfang des neuen Jahrtausends wuchsen unzählige deutsche Bands wie Pilze aus dem Boden und eroberten den Musikmarkt. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich der Wille nach deutschen Tönen in einer sonst so amerikanisch orientierten Musiklandschaft. Der Technoboom war gerade für tot erklärt worden und so wurde wieder auf echten Instrumenten gespielt.Eines war klar: Jetzt musste ich raus.Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können, selbst wenn ich ihn hätte bestimmen können. Die Suche nach geeigneten jungen Menschen, die die selbe Auffassung wie ich in Sachen Musik teilten, verlief jedoch im Sand. Kaum Jemand in der nordrhein-westfälischen Szene entsprach den Anforderungen einer modernen Soulmusik. Die meisten wollten Rock, Punk oder Metal, aber nur nicht Hip Hop.Etliche Gitarristen, Bassisten und Schlagzeuger weit und breit...aber kein Keyboarder oder Saxophonist in der Nähe.Mit auf meiner Seite war ein Freund und Mitverschwörer der ersten Stunde - Björn alias Mr.Rootsrocker. Reggae war sein Ambrosia.Über eine Empfehlung lernte ich einen jungen Mann kennen, der sich als Lösung unseres Problems entpuppte. Er war der Schlüssel zur Band, die sich später "Majazztics" taufte.Thomas, so hieß er, brachte eine erstklassige Mannschaft in den Proberaum.Er und sein Bruder leiteten eine Show, die hinter vorgehaltener Hand nur "Egotrip" genannt wurde. Sie waren bekannt dafür, mit ihrer Überheblichkeit die Klubs zu füllen, aber sie waren gefüllt.Diese Osteuropäer genossen einen traditionellen Unterricht - wie ich.Und doch hatten wir unsere Differenzen.Es ist nun mal nicht das Gleiche Musik zu machen oder Musik zu erleben. Das, was Musik mit meinem Leben da anstellte, lässt mich das Wort "erleben" ganz besonders verstehen.Während wir unsere Band mit dem Namen "The Majazztics" abfeierten, ging es mit der Stimmung unseres zweiten Sängers, Mr. Rootsrocker, bergab. Er wurde, obwohl er der Älteste war, nicht respektiert und veralbert. Lange ließ ich das nicht auf mir sitzen und sprach mit dem, der sich selbst "Anführer der Instrumentalisten" nannte. Er versicherte mir, es sei nur ein schlechter Scherz gewesen. Doch wie gut ein Mensch sein kann, erfährt man oft nur in brenzligen Situationen. Eine Situation wie die folgende:In der Abschlussbesprechung mit dem Veranstalter einer Benefiz-Konzertreihe gab es ein Problem mit der Gage. Wie hätte es anders sein können? Geld regiert nun mal die Welt. Es macht aus Chorknaben eiskalte Killer.Wir wurden angefragt, ob wir auf einer Open Air Bühne spielen würden zwecks eines Benefiz Konzertes für Kinder, die aus schwierigen Verhältnissen stammen.Ich hielt es nicht für nötig, den Musikern gegenüber zu erwähnen, dass das natürlich unentgeltlich ablaufen würde. In Gegenwart des Veranstalters diskutierten sie schließlich.Es ging darum, dass sie selbst für einen guten Zweck ohne Gage nicht auftreten wollten.Sie lehnten ab. Sie lehnten tatsächlich ab.Ein Tag vor dem Konzert stand ich also ohne Band da, aber mit dem Versprechen gegenüber dem Veranstalter aufzutreten. Ein einschneidendes Erlebnis, das meine Zusammenarbeit mit weiteren Musikern für Jahre prägen würde. Die ganze Veranstaltung wurde durch ihre Arroganz pervertiert. Um meinen Ruf zu retten, rief ich ein paar Musikerfreunde an und so erlebte ich was echte Hilfsbereitschaft bedeutete. Es bedarf nur wenige Worte und sie waren tatsächlich so bescheuert innerhalb von zwölf Stunden ein neues Set einzuspielen.Allem voran Robin Trinkel brachte es fertig mit mir die Nacht durchzumachen. Wir probten Stücke wie "Evolution" oder "Möge es dann Stille sein" um sie in Akustik Versionen zu spielen. Sie klangen dann sogar besser als in voller Besetzung. Wir probten wie die Weltmeister und spielten am nächsten Tag mindestens genau so auf.Björn konnte dies nur gefallen, war er doch vorher als Reggaesänger nicht genügend beachtet gewesen.Was mit meinen ehemaligen Bandkollegen war, weiß ich nicht. Wahrscheinlich besuchten sie das Konzert nicht. Sicher war, dass ihr Imperium in Scherben lag.Vielleicht gerade deswegen begann ihre Erfolgsgeschichte im Ausland. Als Jazztruppe zogen sie erfolgreich durch Europa, wo sie von Veranstaltern zu Unterhaltungszwecken gebucht wurden.So kann´s gehen. Es sieht so aus als spiele es keine Rolle wie fair oder gut man sein kann, wenn man nur Musizieren kann.Musikalische Begeisterung liegt oft wie ein Schatten auf den Charakter jener Musiker, die von ihren Fans verehrt werden.Vermutlich war ich der Einzige, der die Wahrheit über diese Männer kannte.Ich hätte sie nie kennenlernen dürfen.Aber hatte ich denn eine Wahl?Peace,Norman Mewes

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Blog Archiv________________________Neu 15.07.2011________________________Die Geschichte von "Vierzehn" 17.07.2011________________________Die Vergessenen 20.07.2011________________________Löwenherz Teil I 23.07.2011________________________Löwenherz Teil II 27.07.2011________________________Don´t stop the Music 02.08.2011________________________Liebeslieder 06.08.2011 ________________________Straßenpropheten 10.08.2011 ________________________Menschenfreund 15.08.2011 ________________________Schmuggel 21.08.2011 ________________________Doppelleben 24.08.2011________________________Freiheit 29.08.2011 ________________________Oben (Des Norden Zauber) 19.09.2011 ________________________Ikarus Effekt 06.10.2011 ________________________Bühnenspiel 22.10.2011 ________________________Opium 15.11.2011 ________________________Wir Krisenkinder 11.12.2011 ________________________Die Engelmeyer Geschichte 27.04.2012 ________________________Die Geister vom Pollen 06.07.2012 ________________________Die Beinah-Entführung 03.10.2012 ________________________Die Firma 27.10.2012 ________________________Monokult 10.12.2012 ________________________Das Haus am Stadtrand 23.12.2012________________________MCC 08.01.2013 ________________________Leben 2.0 31.10.2013 ________________________Eine Frage der Loyalität 15.11.2013________________________Wahre Freunde 11.02.2014 ________________________Heart-Code 26.02.2014________________________Harte Hunde 10.03.2014________________________Privat 02.04.2014



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