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Blog 13

Oben (Des Norden Zauber)Wann habt ihr Euch das letzte Mal die Sterne angesehen?Die in dunkelgetauchte Schönheit.All das wird bald der Vergangenheit angehören. In Großstädten wie New York, Berlin oder Tokyo sind sie kaum noch zu sehen. Die vielen elektrischen Lichter, die von uns auf der Erde ausgehen, erhellen den Nachthimmel so sehr, dass die Sterne in ihm verblassen. Den Rest erledigt der Smog über den Metropolen.Das erste Mal fiel mir dieses Phänomen in der Kaserne in Ostdeutschland während meiner Bundeswehrzeit auf. Dort war kaum Industrie angesiedelt. Oft suchte ich mir einen Weg nach Hause über die unendliche Weite des Sternenhimmels, der sich mir in einem völlig neuen Bild präsentierte, so verträumt war ich.Ich wollte weg.Doch es war wie der Zug nach Nirgendwo, der nie ankam.Meine Flucht aus dem hoch technologisierten Mitteleuropa sollte ein Jahr später beginnen.Die Sehnsucht nach Natur und Ruhe trieb mich nach Schweden, Stockholm.Ich besuchte eine alte Freundin. Ich wünschte, ich könnte Alles von dieser Stadt vergessen, nur um sie noch einmal zu begehen wie beim ersten Mal.Ich blieb über den Jahreswechsel nach 2009.Die Tatsache, dass es in Schweden früher dunkel wird, entfachte in mir so etwas wie eine Frühgeselligkeit. Man arrangierte sich mit der dunkelwerdenden Tageszeit und spielte sich so langsam auf den Abend ein.Ich merkte, dass das meine Stadt war. Die Menschen schauten mir hinterher. Blonde Schönheiten bemerkten, dass ich von weither gereist war. Die Supermarktverkäufer grüßten mich. Dies war einfach meine Stadt. Wenn ich jemals eine Weile weg sein sollte, dann wüsste man, wo man mich finden würde.Die engen Gassen der Altstadt, der Hafen, die lange Einkaufsstraße für Modebewusste, das Alles war wie eine zweite Heimat für mich.Skandinaviens Mentalität hatte mich verführt.Beim globalen Kampf um die Vorherrschaft zukünftiger Energiesysteme steht Schweden an erster Front. Ihre Eishockey Spieler gehören zu den Besten der Welt und ihre Frauen zu den schönsten.Nichts kann mir die Erinnerung an das Land, das mehr als die Hälfte mit Wald bedeckt ist, nehmen.Einheimische erzählten mir etwas Unglaubliches: Der schwedische Boden würde sich nicht dem Meeresspiegel entgegensehen, sondern ganz im Gegenteil. Er würde emporsteigen, Jahr für Jahr. Die Zukunft sei gesichert im einzigen Teil der Erde, von dem man die Polarlichter erblicken kann.Überhaupt kann ich nur positives in dieser Gesellschaft des 21. Jahrhunderts erkennen. Kindergärtner zum Beispiel verdienen in diesem Land viel mehr als bei uns. Das kann nur richtig sein, wenn diese Leute Kinder auf den Weg des Lebens vorbereiten und Werte vermitteln. Sie sollten sich keine Gedanken machen wie sie die nächste Miete bezahlen könnten. Fairerweise muss aber auch gesagt sein, dass schwedische Kindergärtner einen anderen Bildungsweg haben als deutsche.Vermutlich sind sie aber auch ausgeschlafener, denn das Nachtleben in Stockholm endet früher. Für mich als Nachtwandler eine Utopie. Dennoch besuchte ich die Karaokebars und Diskotheken der Stadt der Neugierde wegen.Sie betrachteten mich als Einer von Ihnen - oder auch nicht.Nach einem unterhaltsamen Besuch in einem örtlichen Restaurant sprachen mich und meine Bekannte ein paar junge Schwedinnen an.Nun, ich machte keinen Hehl daraus und sagte ihnen ich käme aus Deutschland und spräche nur schlecht schwedisch. Meine Begleitung fing auf der Stelle an zu lachen.Bei dem, was die jungen Damen da von uns wollten, war das auch kein Wunder.Sie fragten uns nach einem coolen Ort, an dem junge Leute wie sie es waren, abfahren könnten, denn da unten seien ihnen zu viele Ausländer.Dass sie da gerade mich ansprachen, war wohl deren besonderes Pech.Aufgrund der Sperrstunde schienen Nachtschwärmer in Stockholm allerdings nicht ungehalten, sondern feierten ausgelassen wohl im Wissen, dass bald zum letzten Drink aufgefordert würde. Es tat gut, auch mal früher Feierabend zu machen, auch wenn dies noch lange nicht Bettruhe versprach.Am letzten Abend zeigte mir meine Freundin eine Aussicht von einem Berg aus, die atemberaubender nicht hätte sein können. Früher trafen sich dort wohl heimlich Jugendliche um zu feiern, doch heute nimmt die Natur dort ihren freien Lauf.Ich sah die Lichter der Stadt auf der einen Seite. Auf der anderen ein Sternenmeer.Es war mein letztes Mal um mit einer alten Schulfreundin zu plaudern und das erste Mal, dass ich mich wieder frei fühlte.Es hielt nicht lange an, denn bald würde ich wieder in die finstere Nacht eintauchen.Peace,Norman Mewes

Blog Serie

Blog Archiv________________________Neu 15.07.2011________________________Die Geschichte von "Vierzehn" 17.07.2011________________________Die Vergessenen 20.07.2011________________________Löwenherz Teil I 23.07.2011________________________Löwenherz Teil II 27.07.2011________________________Don´t stop the Music 02.08.2011________________________Liebeslieder 06.08.2011 ________________________Straßenpropheten 10.08.2011 ________________________Menschenfreund 15.08.2011 ________________________Schmuggel 21.08.2011 ________________________Doppelleben 24.08.2011________________________Freiheit 29.08.2011 ________________________Oben (Des Norden Zauber) 19.09.2011 ________________________Ikarus Effekt 06.10.2011 ________________________Bühnenspiel 22.10.2011 ________________________Opium 15.11.2011 ________________________Wir Krisenkinder 11.12.2011 ________________________Die Engelmeyer Geschichte 27.04.2012 ________________________Die Geister vom Pollen 06.07.2012 ________________________Die Beinah-Entführung 03.10.2012 ________________________Die Firma 27.10.2012 ________________________Monokult 10.12.2012 ________________________Das Haus am Stadtrand 23.12.2012________________________MCC 08.01.2013 ________________________Leben 2.0 31.10.2013 ________________________Eine Frage der Loyalität 15.11.2013________________________Wahre Freunde 11.02.2014 ________________________Heart-Code 26.02.2014________________________Harte Hunde 10.03.2014________________________Privat 02.04.2014



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